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Woche 9: Leben und Legenden zweier Einsiedler

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Liebe Leserin, lieber Leser, herzlich willkommen zurück auf meinem Blog, auf dem ich wöchentlich meine Erlebnisse festhalte! Diese Woche war von verschiedenen kleineren Ereignissen geprägt, welche ich dir anhand einiger Bilder näherbringen will. Am Freitag, den 19.04, haben wir mit der Klostergemeinschaft den Gedenktag des Heiligen Gerold begangen, der Mönch im Großwalsertal (Vorarlberg) war und dort begraben wurde. Im ökumenischen Heiligenlexikon findet sich dazu folgender Eintrag: „Gerold, der Überlieferung zufolge aus edler Familie in  Sachsen  stammend, verließ Frau und Kinder und wurde um 960 Einsiedler in Frisun - dem heutigen  St. Gerold . Die Legende erzählt, dass ihm ein Bär zu Diensten war, dass Gerold der Bevölkerung durch Predigt, Versorgung und Wundertaten half und sich ihm nach einiger Zeit seine beiden Söhne anschlossen. Seinen Besitz schenkte er 970 dem  Kloster Einsiedeln . Die Überlieferung weiß von Gerolds sanftem, seligen Tod. Tatsächlich lässt das Loch in seine

Woche 8: April – Er weiß nicht, was er will

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  Liebe Leserin, lieber Leser, herzlich willkommen zurück auf meinem Blog. Die letzte Woche war arbeitsreich und wechselhaft: Während letztes und auch dieses Wochenende von hochsommerlichen Temperaturen geprägt waren, gab es Mitte der Woche einen Temperatursturz um 15 Grad. Auch kommende Woche ist für Dienstag und Mittwoch Schnee angesagt: April, April, der weiß nicht, was er will… Zugegebenermaßen gab es nichts Erstaunliches und Sensationelles diese Woche, das sich berichten ließe: Nichts Neues unter der Sonne; vielmehr die routinierten und bekannten Abläufe. Ich bin gut eingespannt mit den Gebets- und Arbeitszeiten und den Dingen, die nebenherlaufen wie zum Beispiel Französisch. Um auch den Körper ein wenig für das Gebet zu disponieren, habe ich mich im Yoga ausprobiert. Der Gesang, die Verneigungen und der Weihrauch während der Gottesdienste sprechen die Sinne an, erreichen mich aber innerlich nur bis zu einer gewissen Schwelle, gerade wenn ich müde oder ausgelaugt bin. Blick

Woche 7: Die Osterwoche

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Liebe Leserin, lieber Leser, herzlich willkommen zurück auf dem Blog. Es ist nun schon sieben Wochen, also fast zwei Monate her, dass ich hier im „winterlichen“ Einsiedeln angekommen bin. Die Tage waren kurz und das Wetter rau: Schnee bedeckte Teile des Ortes. Die Klosterkirche war kalt. Nebel bedeckte die Nadelwälder des Alpenvorlandes und behinderte die Sicht. Der Himmel war ein undurchsichtiges, dunkles Grau und spie Regen und Schnee. Gerne blieb ich in den Klostergebäuden und konsumierte viel Tee. Vor die Türe setzte ich ohne Grund keinen Fuß. Lediglich zum Einkaufen oder um Besuch herumzuführen, begab ich mich mal länger hinaus. Dieses Wochenende scheint den Anfang vom Ende dieser Zeit zu markieren. Gestern kletterte das Thermometer erstmals über 22 Grad und die Sonne lächelte von oben. Eine größere Zahl an Pilgern als sonst strömte zum Salve Regina an der Gnadenkapelle; ich ahne langsam, was der Mai als Marienwallfahrtsmonat bringen wird: Viele Pilger und Touristen. Einen ku

Woche 6: Frohe Ostern!

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Liebe Leserin, lieber Leser, schön, dass du wieder vorbeischaust und zunächst einmal: Welch eine Freude, Jesus ist auferstanden! Deshalb euch allen: Frohe Ostern! Heute will ich dir berichten, wie die Kar- und Ostertage im Kloster verlaufen sind. Die Woche war vom Programm her dicht, abwechslungsreich und ab Donnerstag lief alles anders als in den Wochen zuvor. Begonnen hat sie mit einem Besuch: Meine Schwester und ihr Sposato in spe kamen von Freitag bis Sonntag hierher. Wir haben einen schönen Spaziergang zum Sihlsee unternommen sowie die lokale „Milchmanufaktur“, eine kleine Molkerei und Käserei im Herzen Einsiedelns besucht. Spaziergang mit Besuch Der Montag gestaltete sich daraufhin wie der Beginn einer normalen Arbeitswoche: Vormittags ging es wieder in die Schreinerei zum Schleifen und Ölen von Bänken. Dienstags gab es dann einen neuen Auftrag: Wir haben das Skriptorium, einen Raum, in dem Schülergruppen gotische und Minuskel-Schrift mit Füller und Tinte erlernen können, gere

Woche 5: Dem Himmel nahe

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„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Hilfe kommt mir vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ (Ps 121) Liebe Leserin, lieber Leser, herzlich willkommen zurück auf dem Blog. Heute möchte ich neben meinen allwöchentlichen Eindrücken etwas zum Thema Berge als Orte der Begegnung mit Gott schreiben. Zuallererst war es eine recht triviale aber auch abwechslungsreiche Woche, die ich erlebt habe. Kurz bevor ich den Blog letzten Sonntag fertiggestellt habe, ist ein schweizer Freund zu Besuch gekommen, den ich 2021 auf dem französischen Jakobsweg kennengelernt habe. Gemeinsam haben wir das Wochenende verbracht. Ich habe ihm die Klosteranlagen gezeigt und wir waren wandern. Dabei entstand obiges Foto auf dem Fryherrenberg . Zu sehen ist das Bergmassiv der Glarner Alpen und des Glärnisch, auf dem noch Schnee liegt. Blick vom Fryherrenberg Am Montag ging´s zurück an die Arbeit: Ich habe vormittags in der Schreinerei gearbeitet und die Zeit am Nachmittag mit de

Woche 4: Berufungsgeschichten

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Liebe Leserin, lieber Leser, schön, dass du wieder dabei bist. Wie jede Woche will ich dir von meinen alltäglichen Eindrücken aus dem Klosteralltag berichten. Heute will ich außerdem etwas zum Thema „Berufung“ zum Klosterleben schreiben. Zunächst einmal gab es diese Woche für mich – was die Arbeit betrifft – neue Aufgabenfelder: Dazu gehört der Sakristandienst, der die Reinigung des Chorgestühls, des unteren Chors, der Magdalenen- und Beichtkapelle, beinhaltet. Dabei habe ich ein paar Mitarbeiter kennenlernen dürfen: Beat, Thomas und Marco sind engagiert und bereits mit den Vorbereitungen für die Heilige Woche beschäftigt. Diese beinhaltet eine Grundreinigung aller Eingänge, für die sie – damit sie auch überall hinkommen – ein Aluminiumgerüst zusammengesteckt haben. Chorgestühl des unteren Chors Außerdem habe ich von Pater Philipp den Auftrag bekommen, anlässlich des Wolfgangsjahres 2024 einen Artikel über den Heiligen für die Website zu verfassen. Das Witzige daran ist, dass ich i

Woche 3: Die monastische Lebensweise

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Liebe Leserin, lieber Leser, herzlich willkommen zurück auf der Seite meines Klosterblogs. Heute möchte ich neben allwöchentlichen Eindrücken ein paar persönliche Gedanken zur monastischen Lebensweise mit dir teilen. Ich bin nun seit circa drei Wochen hier und hatte Gelegenheit, mich im Klosterleben zu üben und mich damit näher auseinanderzusetzen. Zunächst einmal gab es diese Woche keine großen Veränderungen, was den Ablauf des Tages anbelangt. Das Gebet gibt die Struktur des Tages vor, der sich im Rhythmus von Gebet und Arbeit gestaltet. Zwischen Laudes, Konventamt, Vesper und Komplet verrichte ich alleine oder zusammen mit Oliver Arbeiten am Laptop und in der Schreinerei. Einziges Novum war das Ministrieren bei der Vesper am gestrigen Samstag: Mit Leuchtern haben ich und Frater Benno Maria die Prozession zur Gnadenkapelle angeführt. Auch diese Woche war ich wieder auf dem Klostergelände unterwegs, auf dem es immer noch viel zu entdecken gibt. Eine Attraktion sind definitiv d