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Woche 14: Fleury, Ort romanischer Schön- und Einfachheit

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Liebe Leserin, lieber Leser, diese Zeilen schreibe ich heute, einen Tag nach meiner Ankunft in der Benediktinerabtei Fleury an der Loire nahe Orleans. Viele Eindrücke konnte ich noch nicht sammeln, aber durchaus einen ersten Eindruck von Kloster, Mönchen und der Umgebung gewinnen: Als ich gestern nach circa zehnstündiger Reise an der imposanten römischen und derzeit eingerüsteten Basilika ankam – das Dach wird derzeit restauriert, wurde ich zunächst einmal vertröstet: Die Mönche seien gerade beim Abendgebet, der Vesper, in der Kirche.  Ein kurzer Blick hinter die Eingangstüre bestätigte diese Aussage und so wartete ich einen kurzen Moment. Wenig später hat mich Frater Xavier an der Gästepforte herzlich in Empfang genommen und mir mein Zimmer und die wichtigsten Räumlichkeiten für die kommenden zehn Wochen gezeigt. Ich habe ihm daraufhin einen Brief von Abt Urban von Einsiedeln zusammen mit einem Geschenk, einem Einsiedler Birnenbrot, überreicht. Kurze Zeit später ging es schon ...

Woche 13: Abschied von Einsiedeln

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  Liebe Leserin, l ieber Leser, schön, dich wieder hier anzutreffen. Wenn du immer noch mitliest, bist du wahrlich eine treue Leserin, ein treuer Leser. Für diese, deine Geduld und Treue, danke ich dir recht herzlich. Ich will dich wie jede Woche mit einigen interessanten Neuigkeiten aus dem Klosteralltag hier in Einsiedeln belohnen. Ich melde mich erst heute, dem Pfingstmontag, der ein gesetzlicher kantonaler Feiertag ist, denn über das Wochenende waren meine Eltern hier. Aber beginnen wir von vorne! Vergangenen Montag, als ich den letzten Blog postete, fand die „Obwaldener“ Wallfahrt statt, anlässlich derer wiederum eine Kantonalwallfahrtkerze aufgestellt wurde. Außerdem gab es eine Pilgermesse mit Fahnenzug und Landesweibel in den Kantonalfarben Rot-Weiß. Vesper und Laudes beteten die Wallfahrerinnen und Wallfahrer im unteren Chor mit. Politisch hohe Würdenträger aßen im Refektorium zu Mittag. Gleiches galt für die Nidwaldner und dann die „Schwyzer“ Wallfahrt, welche vorge...

Woche 12: Hoch auf dem gelben Wägeli

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Liebe Leserin, lieber Leser, sei herzlich gegrüßt – zurück auf meinem Blog. Diese Woche gibt es einiges Neues zu berichten: Anfang der Woche hat mich ein Schreiben der Erzdiözese München-Freising erreicht, dass ich in den im September startenden Pastoralkurs nun offiziell aufgenommen bin. Als Ausbildungsstelle wurde mir – wie als Wunsch geäußert – die Stadtkirche Landshut zugewiesen, deren Pfarrsprengel das Zentrum und den historischen Stadtkern umfasst. Das freut mich sehr! Einige Zeit am Wochenende habe ich daher sogleich dafür genutzt, das örtliche Seelsorgeteam anzuschreiben. Neben der alltäglichen Arbeit, welche bei mir im Moment aus drei Jobs besteht – dem Sakristandienst am Dienstag und Freitag Vormittag, dem Verfassen eines historischen Artikels an den anderen Vormittagen sowie der Aushilfe im Klosterladen am Nachmittag, haben ich und Oliver die Zeit damit verbracht, Vorbereitungen für sein Abschieds- und mein Geburtstagsfest zu treffen: Wir waren im Kaufhaus Wein und Lec...

Woche 11: Der Gott des Sihlsees

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Liebe Leserin, lieber Leser, wieder einmal ist wie im Flug eine Woche vergangen. Zu berichten gibt es reichlich Neues. Doch beginnen wir von vorne: Letzten Sonntag hat auf Einladung des „Klosterkünstlers“ und Mönches Jean-Sebastian ein taiwanesischer Tonschalenkünstler das Kloster besucht, um einen Vortrag über sein Schaffen zu halten. Plakat zum Vortrag Dafür haben wir uns um 15 Uhr im „großen Saal“ eingefunden. Vor und nach der Veranstaltung gab es die Möglichkeit, einige seiner handgefertigten Teeschalen anzusehen und zu betasten. Diese Tonschalen werden mit einer speziellen Technik hergestellt und einer eisenhaltigen Glasur überzogen. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass sie unter Sonneneinstrahlung und ultraviolettem Licht besondere Muster zeigen. In manchen Schalen sind Silhouetten von Blättern eingebrannt. Der Vortrag gab Einblicke in die chinesische Kultur und buddhistische Religion. So erzählte der Künstler, er habe sich in den vergangenen Tagen häufig auf Wanderschaft i...

Woche 10: Adieu l´hiver

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Liebe Leserin, lieber Leser, schön, dass du wieder dabei bist! Die vergangene Woche hat ein wenig mehr Abwechslung geboten als sonst. Da das Wetter sich zum Besseren gewendet hat und wir den Schreinereidienst wie auch das Schreiben der Kurztextchen zum Abschluss bringen konnten, hat sich die Gelegenheit geboten, eine neue Tätigkeit zu übernehmen: Ich arbeite nun nachmittags mit Oliver im Klosterladen, wo wir Produkte auspacken und mit Preisschildern und -etiketten versehen. Darunter waren vorgestern eine Monstranz, Weihrauchfässer, Räucherpfannen, Tonengelchen und Weiteres. Klosterladenchefin Veronique ist zudem Französin, was sich günstig auf das Französischlernen auswirkt. Vergangenen Donnerstag war ich einmal nachmittags spazieren, nachdem der Himmel nach ganzen zwei Wochen aufgehört hat, Schnee und Regen zu speien. Das Benediktinerinnenkloster Au liegt unweit von Einsiedeln; ungefähr eine halbe Stunde vom Männerkloster entfernt. Friedvoll auf der anderen Seite des Tals gelegen ...

Woche 9: Leben und Legenden zweier Einsiedler

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Liebe Leserin, lieber Leser, herzlich willkommen zurück auf meinem Blog, auf dem ich wöchentlich meine Erlebnisse festhalte! Diese Woche war von verschiedenen kleineren Ereignissen geprägt, welche ich dir anhand einiger Bilder näherbringen will. Am Freitag, den 19.04, haben wir mit der Klostergemeinschaft den Gedenktag des Heiligen Gerold begangen, der Mönch im Großwalsertal (Vorarlberg) war und dort begraben wurde. Im ökumenischen Heiligenlexikon findet sich dazu folgender Eintrag: „Gerold, der Überlieferung zufolge aus edler Familie in  Sachsen  stammend, verließ Frau und Kinder und wurde um 960 Einsiedler in Frisun - dem heutigen  St. Gerold . Die Legende erzählt, dass ihm ein Bär zu Diensten war, dass Gerold der Bevölkerung durch Predigt, Versorgung und Wundertaten half und sich ihm nach einiger Zeit seine beiden Söhne anschlossen. Seinen Besitz schenkte er 970 dem  Kloster Einsiedeln . Die Überlieferung weiß von Gerolds sanftem, seligen Tod. Tatsächlich läss...

Woche 8: April – Er weiß nicht, was er will

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  Liebe Leserin, lieber Leser, herzlich willkommen zurück auf meinem Blog. Die letzte Woche war arbeitsreich und wechselhaft: Während letztes und auch dieses Wochenende von hochsommerlichen Temperaturen geprägt waren, gab es Mitte der Woche einen Temperatursturz um 15 Grad. Auch kommende Woche ist für Dienstag und Mittwoch Schnee angesagt: April, April, der weiß nicht, was er will… Zugegebenermaßen gab es nichts Erstaunliches und Sensationelles diese Woche, das sich berichten ließe: Nichts Neues unter der Sonne; vielmehr die routinierten und bekannten Abläufe. Ich bin gut eingespannt mit den Gebets- und Arbeitszeiten und den Dingen, die nebenherlaufen wie zum Beispiel Französisch. Um auch den Körper ein wenig für das Gebet zu disponieren, habe ich mich im Yoga ausprobiert. Der Gesang, die Verneigungen und der Weihrauch während der Gottesdienste sprechen die Sinne an, erreichen mich aber innerlich nur bis zu einer gewissen Schwelle, gerade wenn ich müde oder ausgelaugt bin. Bl...